Überflüssige Versicherungen
Welche Versicherung würden Sie niemals abschließen?
Tarifwechsel in der privaten Krankenversicherung
Die private Krankenversicherung ist vor allem in jungen Jahren willkommen und meistens günstiger. Selten wird aber daran gedacht, dass mit zunehmendem Alter oft höhere Belastungen auf die Versicherten zukommen. Zusätzlich für viele Versicherte bisher ein Problem, neu eingeführte Tarife der privaten Krankenkasse waren oft günstiger.
Bisher war es für wechselwillige Privatversicherte ein Spießrutenlauf, wenn es darum ging entweder die private Kasse komplett oder wenigstens den aktuellen Versicherungstarif zu wechseln. Wer die private Krankenkasse wechseln wollte, verlor bisher die angesparten Altersrücklagen. Ab 2007 hat der Staat hier einige Änderungen vorgesehen, so dass dem Versicherten bereits ein kleiner Teil seiner Altersrücklagen erhalten bleiben. Auch beim Wechsel des Versicherungstarifs innerhalb der gleichen privaten Krankenkasse, gibt es eigentlich kein Problem. Viele private Kassen stellen sich jedoch gerade dabei quer. Sie setzen alles daran, um ihren Versicherten den Tarifwechsel zu erschweren oder gar zu verbieten. Hintergrund - was der Versicherte einspart, geht der Kasse verloren.
Die Zeitschrift Focus berichtet in ihrer Ausgabe vom Januar 2007 über einen Fall, bei dem die private Krankenkasse einem ihrer Mitglieder den Wechsel nicht gestatten wollte. Der Fall ging bis vor Gericht wo der Krankenkassenkunde schließlich recht bekam. Die Entscheidung ist durch den so genannten Wechselparagraphen §178f begründet. Dieser erlaubt es den privat Versicherten seit 1994 in jeden beliebigen Tarif der gleichen Krankenversicherung zu wechseln, ohne dass die Rücklagen des Versicherten verloren gehen.
Um sich gleich beim Eintritt in die PKV gegen spätere Probleme abzusichern, sollte man einige Grundregeln beachten, die es später leichter machen Preiserhöhungen zu erkennen. Das größte Problem bei den Beitragserhöhungen ist die mangelnde Transparenz. Viele private Krankenkassen werben nach außen damit, dass die Beiträge konstant bleiben, kürzen den Versicherten aber "heimlich" die eingeräumten Rabatte. Lassen Sie sich bei jeder Beitragsanpassung für jeden Baustein (ambulant, Zahnzusatz, stationär etc.) die Rabatte ausweisen. So erkennen sie die versteckten Teuerungen durch gekürzte Rabatte. Wurde ein Rabatt ohne ihr Wissen gekürzt, fragen Sie bei Ihrer privaten Krankenversicherung nach. Wer von den privat Versicherten den Tarif innerhalb der gleichen Kasse wechselt, sollte nach dem Wechsel unbedingt überprüfen, ob die Rabatte für jeden einzelnen Tarifbaustein wieder in derselben Höhe eingeräumt wurden.
Noch ein paar Tipps zu Kombi- und Bausteintarifen der privaten Krankenversicherung. Beim Wechsel in einen Kombitarif, bei dem die einzelnen Bausteine als Paket zusammengefaßt sind, ist es schwerer im Alter gezielt Kosten zu sparen. Wer sich für einen Kombitarif der PKV entscheidet, verbaut sich die spätere Sparoption durch eine höhere Eigenbeteiligung oder den Tarifwechsel mit Rabattübernahme für Einzelbausteine. Ein Wechsel vom Kombitarif zum Bausteintarif derselben PKV ist immer sinnvoll.
Wer bei derselben privaten Kasse in einen Tarif wechselt, der mehr Leistungen bietet, muss damit rechnen, dass die Private Krankenkasse einen so genannten Risikozuschlag fordert. Was viele nicht wissen - das Gesetz räumt den Privatversicherten in diesem Fall die Möglichkeit ein, die Mehrleistungen explizit ausschließen zu lassen. Dadurch kann der Risikozuschlag der privaten Kassen umgangen und bares Geld gespart werden. Abschließend sollten Sie mindestens einmal im Jahr die Tarife anderer privater Krankenversicherungen vergleichen und nicht nur einen Tarifwechsel innerhalb ihrer jetzigen Kasse in Betracht ziehen. Durch die Mitnahme der angesparten Altersrücklagen, lassen sich bei einem Wechsel der privaten Krankenversicherung in vielen Fällen sogar mehr als Tausend Euro im Jahr einsparen. Bei unserem Partner Tarifcheck24 können Sie einen kostenlosen Vergleich durchführen lassen.