Streit um Versichertenwechsel zwischen der GKV und PKV

Bereits seit einigen Tagen flammt ein kleiner öffentlicher Streit zwischen dem Gesamtverband der Gesetzlichen Krankenkassen und der PKV auf. Grund für diese Entwicklung besteht in einem Bericht des Spiegels, in dem Wilfried Jacobs (Chef von AOK Rheinland/Hamburg) zitiert wird, dass vermehrt Privatversicherte bei der AOK anrufen und sich für einen Wechsel interessieren. Daraufhin vermeldeten die Medien einen großen Wechselsturm der Privatversicherten welche in die Gesetzliche Krankenversicherung zurück wollen. Genau dieser Darstellung widerspricht nun die der Verband der privaten Krankenversicherungen, kurz PKV, in der Stuttgarter Nachrichten. Hier verweist der PKV Sprecher Stefan Reker auf die Situation, dass nach wie vor mehr Versicherte aus der GKV in die PKV wechseln als andersrum. Gleichzeitig macht Herr Reker auf die Beitragszahlungen, den von Steuernzahler finanzierten Zuschuss für die GKV und die vermehrten Eigenanteile für Versicherte aufmerksam – eine Reaktion auf ein sich abwickelndes Bild welches aus dieser Situation herausgekommen ist und die PKV als schlechtere Variante der Krankenversicherung darstellt.

 

Private Krankenversicherung bietet mehr Leistung

Grundsätzlich nimmt die Diskussion eine komische Wendung, aus einem anfänglichen Hinweis dass mehrere Privatversicherte über einen möglichen Wechsel bei der AOK informieren, wurde eine schlechte Darstellung der PKV im Allgemeinen. Es folgen Schlagabtausch und gegenseitige Beschuldigungen, welche aber hauptsächlich für Verunsicherung bei den Versicherten sorgen. Hier empfiehlt es sich für Interessenten der PKV, diesem Spiel nicht zu folgen und sich von den Berichten nicht stark mitreißen zu lassen.

 

Die Private Krankenversicherung lohnt sich durchaus für viele Versicherte, allerdings muss hierzu ein leistungsstarker und solide kalkulierter Tarif ausgewählt werden. Eben diese Auswahl ist schwierig und dafür Bedarf es einer professionellen und unabhängigen Beratung (z.B. von einem Versicherungsmakler). Ein Versicherungsvertreter oder die alleinige Entscheidung für einen PKV Tarif kann hier zu erheblichen Schwierigkeiten im Leistungsfall oder im hohen Alter führen. Denn gerade der Versicherungsbeitrag ist für viele Versicherte mit zunehmendem Alter ein großes Manko und Hauptgrund für ein Interesse am Wechsel aus der PKV in die GKV. Dies können Versicherte aber von Anfang an umgehen oder zumindest vorbeugen. Zwar lassen sich Beitragssteigerungen nicht gänzlich vermeiden, da die Kostensteigerungen im Gesundheitswesen sich entsprechend auf den Versicherungsbeitrag auswirken (eine geringe jährliche Anpassung ist durchaus normal). Jedoch lassen sich diese Beitragserhöhungen in einem gesunden Rahmen halten. Hierfür ist wie gesagt ein sicher kalkulierter Tarif notwendig. Ein eben solcher Tarif hat aber seinen Preis und ist nicht für 100 Euro im Monat erhältlich. Leider berechnen manche Versicherer Ihre Tarife extra etwas schlechter, damit Sie möglichst viele Neukunden mit günstigen Versicherungsbeiträgen gewinnen können. Eine solche Taktik führt aber zwangsläufig dazu, dass die Versicherer im Laufe der Zeit extreme Beitragserhöhung vornehmen müssen, damit Sie Ihre laufenden Kosten noch decken können. Eben solche schlecht kalkulierte Tarife führen dann mit zunehmendem Alter zu unbezahlbaren Beiträgen. Entscheiden sich Interessenten also von Anfang an für einen guten Tarif (auch im Bereich der Leistungen) erhalten Sie einen umfangreichen Versicherungsschutz zu einem fairen Beitrag.

 

Beitragssenkung mit zusätzlichem Sparplan

Da der Versicherungsbeitrag für eine Private Krankenversicherung im Alter von 60 Jahren durchaus an die 600 bis 800 Euro liegen kann (abhängig vom Eintrittsalter), empfiehlt es sich diese Kosten durch einen zusätzlichen Sparplan in einem akzeptablen Rahmen zu halten. Ein solcher Sparplan (z.B. ein Fondsparplan) sollte direkt bei Abschluss der Privaten Krankenversicherung mit eingerichtet werden. Durch die lange Laufzeit kann so ein attraktives Kapital gespart werden welches dann im Alter zur Senkung des Krankenversicherungsbeitrags verwendet werden kann. Gerade diese Option vergessen viele Versicherte – leider zu Ihrem Nachteil. 

 
 

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